Ursprünglich ein kleines Fischerdorf, wurde Nagasaki im 16. Jahrhundert durch den Handel mit den Portugiesen zu einem wichtigen Hafen. Die Stadt ist bekannt für ihre Rolle in der japanischen Geschichte, insbesondere während der Isolation Japans, als sie eines der wenigen Tore zur Außenwelt war.
Tragischerweise wurde Nagasaki am 9. August 1945 Ziel des zweiten Atombombenabwurfs, was die Stadt weltweit bekannt machte. Heute erinnert der Friedenspark an die Opfer und symbolisiert den Wunsch nach einer atomwaffenfreien Welt. Das Atombombenmuseum bietet tiefe Einblicke in die Ereignisse und deren Auswirkungen. Neben der Geschichte bietet Nagasaki auch kulturelle Highlights. Der Glover Garden zeigt historische westliche Architektur, und die Oura-Kirche ist die älteste christliche Kirche Japans.
Hashima, auch bekannt als Gunkanjima oder „Kriegsschiff-Insel“, liegt etwa 15 Kilometer vor der Küste von Nagasaki. Die Insel war einst ein Zentrum des unterseeischen Kohlebergbaus und spielte
eine wichtige Rolle in der Industrialisierung Japans. Von 1887 bis 1974 wurde hier Kohle abgebaut, und die Insel erreichte eine der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit. Nach der Schließung der
Minen wurde sie verlassen und ist heute unbewohnt.
Die Insel ist bekannt für ihre Betongebäude und ihre einzigartige Form, die einem Kriegsschiff ähnelt. Sie wurde 2015 als Teil des UNESCO-Welterbes „Stätten der Meiji-Industrialisierung“
anerkannt. Hashima ist auch ein Mahnmal für die schwierigen Arbeitsbedingungen, unter denen viele Arbeiter, darunter auch Zwangsarbeiter, litten. Heute kannst du die Insel im Rahmen von geführten
Touren besuchen.
Glover Garden in Nagasaki ist ein Freilichtmuseum, das die Geschichte der frühen Modernisierung Japans erzählt. Es liegt am Hang von Minami-Yamate und bietet einen Blick auf den Hafen von Nagasaki.
Der Garten beherbergt mehrere westliche Residenzen, darunter das Glover-Haus, das älteste erhaltene Holzgebäude im westlichen Stil in Japan. Diese Gebäude stammen aus der Meiji-Zeit und zeigen die Verschmelzung von westlicher und japanischer Architektur. Der Aufstieg wird dank der Rolltreppen deutlich angenehmer.
Thomas Blake Glover, ein schottischer Kaufmann, spielte eine zentrale Rolle in der Industrialisierung Japans und lebte in einer der Residenzen.
Die Oura-Kathedrale in Nagasaki ist die älteste christliche Kirche Japans und ein bedeutendes Symbol für die Geschichte des Christentums im Land. Sie wurde 1864 von französischen Missionaren erbaut und ist den 26 Märtyrern von Japan gewidmet, die 1597 in Nagasaki hingerichtet wurden. Die Kirche ist im gotischen Stil gehalten und beeindruckt durch ihre Architektur und die importierten Glasfenster aus Frankreich.
Die Oura-Kathedrale war lange Zeit das einzige Gebäude im westlichen Stil, das als Nationalschatz Japans anerkannt wurde. Sie gehört seit 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein Ort, der die
Geschichte der Kakure Kirishitans, der verborgenen Christen Japans, erzählt. Besucher können auch ein Museum erkunden, das die Geschichte des Christentums in Japan dokumentiert. Die Kirche liegt
in direkter Nähe zum Glover Garden.
In Nagasaki findest du mehrere Einkaufsmeilen, die dir ein abwechslungsreiches Shopping-Erlebnis bieten. Besonders beliebt ist die Amu Plaza, die direkt am Hauptbahnhof liegt. Hier kannst du nicht nur einkaufen, sondern auch Restaurants und Cafés besuchen. Eine weitere Option ist der Mirai Nagasaki Coco Walk, ein modernes Einkaufszentrum mit einer Vielzahl von Geschäften und einem Kino. Für lokale Produkte und Souvenirs eignet sich der Nagasaki Kaido Kamome Market.
In der Nähe des Glover Gardens in Nagasaki findest du ebenfalls viele kleine Geschäfte und Cafés, die zum Bummeln und zu Verkostungen einladen. Besonders die Gegend um die Oura-Kathedrale bietet dir eine Auswahl an Souvenirläden, in denen du lokale Produkte und Handwerkskunst erwerben kannst.
Nagasaki hat eine lange Geschichte im Schiffsbau und ist ein bedeutendes Zentrum für maritime Industrie in Japan. Die Stadt entwickelte sich durch ihre Lage an einem natürlichen Hafen, der ideal für den Bau und die Reparatur von Schiffen ist. Während der Meiji-Zeit spielte Nagasaki eine Schlüsselrolle in der Modernisierung Japans, insbesondere durch die Einführung westlicher Technologien im Schiffbau. Die Mitsubishi-Werft, die in Nagasaki gegründet wurde, ist ein Symbol für diese Entwicklung und hat maßgeblich zur Industrialisierung des Landes beigetragen.
Heute ist Nagasaki weiterhin ein wichtiger Standort für die maritime Industrie. Die Werften der Stadt sind bekannt für ihre Expertise im Bau von Handelsschiffen und anderen maritimen Technologien. Die Verbindung von traditionellem Wissen und moderner Technik macht Nagasaki zu einem führenden Akteur im Schiffbau.